Urlaub

Manchmal hat es seine Vorteile, spät dran zu sein, weil man gerade dabei ist, den Alltag zu sortieren, denn dann kann man noch einmal die Erinnerung an ein paar richtig schöne Tage zurückholen.

Lake Sanford

Wir hatten ein kleines AirBnB an einem kleinem See gemietet, also ein wirklich kleiner See, fast schon ein Tümpel im Vergleich zu den Großen Seen, die Anfahrt betrug ca. 4 Stunden immer gen Norden. Und hey, es gibt Autobahnabschnitte, da darf man sogar 75 mph fahren. Über was man sich dann doch so freuen kann, wenn man stundenlang geradeaus fährt.

Und was für ein echter Glücksgriff, das kleines Häuschen am See, nur für uns alleine, mit ganz viel Ruhe, einem Steg mit Tretboot, kleinem Strand und Feuerstelle, einem urigen Supermarkt am Lake Ann und der perfekte Platz für kleine Ausflüge. Glücksgriff deshalb, weil zu dieser Zeit so gut wie alles in der Gegend ausgebucht war, wir waren eigentlich auf der Suche nach einem Cottage. Das war das einzige AirBnB, dass ich in der Gegend finden konnte und es gab noch keine Bilder davon, da es sich bis kurz vor unserer Ankunft noch in der Renovierung befand. Umso erleichterter war ich bei der Ankunft.

Hier der Blick vom Steg auf das Ferienhaus:

Und der Blick vom Ferienhaus zum See, ist es nicht idyllisch?

Sleeping Bear Dunes

Eine Legende besagt, dass einst eine Bärin mit ihren zwei Jungen aufgrund eines Waldbrandes in das Wasser des Sees geflüchtet sein soll, um sich in Sicherheit zu bringen. Die Bären schwammen um ihr Leben, doch schon bald blieben die Jungen hinter ihrer Mutter zurück. Mutter Bär erreichte das andere Ufer und kletterte auf eine Düne, um nach ihren Jungen Ausschau zu halten, doch diese ertranken. Mit der Zeit bedeckte der Wind die wartende Mutter mit Sand. Der markanteste Punkt der Dünen erinnert in seiner Form an eine schlafende oder Ausschau haltende Bärin. Unter dem Sand soll diese bis heute auf die Ankunft ihrer Jungen warten. Beeindruckt durch das Schicksal und die unerschütterliche Hoffnung der Bärin ließ der große Manitu an der Stelle, an der die beiden jungen Bären ertranken, zwei Inseln entstehen. (Quelle: Wikipedia)

Eine traurige Geschichte für diesen wunderschönen Ort. Es sieht auf den Fotos kälter aus, als es an dem Tag wirklich war, die Kinder waren richtig gekleidet in kurzen Hosen und T-Shirts. Und die Fotos sind diesmal dank Irfanview nur verkleinert, aber  unbearbeitet, vielleicht schaffe ich die nächsten Tage noch ein Update mit schöneren Bildern.

Wir wanderten ca. 2 Stunden vom Parkplatz durch die Dünen bis zum Lake Michigan. Es ist ganz schön anstrengend, so eine Wanderung durch Sand zu machen, ich hab es kräftig in den Waden gespürt, dafür ist der Ausblick aber wunderschön. (hier: Lake Glenn, Parkplatz, Startpunkt)

Und so wurden die unterschiedlichsten Transportwege probiert, sich durch den Sand ziehen lassen war aber genauso wenig eine Alternative, wie sich rollend durch den Sand zu bewegen. Es blieb beim Laufen und manchmal auch dem Vierfüßlergang durch den Sand.

Um dann mit diesem Ausblick auf den See (Lake Michigan) belohnt zu werden:

Für den Weg durch die Dünen war es von Glück, dass es zwar ein warmer, aber kein sonniger Tag war, denn an einem sonnigen Tag hätten wir uns wohl die Füße verbrannt. Stefan und die Kinder stürzten sich trotzdem wagemutig in die Fluten und genossen die Abkühlung. Ich hatte nicht mal die Badesachen mitgenommen, eigentlich aus Versehen, aber ich war nicht böse darum.

Der Kleine bewegt sich meist mehr unter als über Wasser fort und kann unter Wasser sogar schwimmen.

Aber es dauerte nicht lange, da kamen mir zwei zitternde Bündel entgegen. Unser Kleiner zog daraufhin alles an, was wir dabei hatten, zuerst meine Jacke, darüber Stefans Jacke und schon bald wechselte die Lippenfarbe wieder von blau zu rot.

Und mein großes Mädchen versuchte es mit dem Aufwärmen im Sand

was leider dazu führte, noch einmal ins Wasser zu müssen.

Fast war man versucht, neidisch auf diese beiden Ausflügler zu schauen, denn der Rückweg durch die Dünen stand wieder bevor.

Aber dieser Rückweg wärmte und schon bald wurde wieder überflüssige Kleidung abgeworfen und landete als Ballast in den Taschen. Wenigstens die Trinkflaschen wurden an diesem Tag intensiv genutzt.

Old Mission Peninsula

Peninsula bedeutet nicht viel mehr, als Halbinsel. Die Old Mission Peninsula beginnt oberhalb von Traverse City. Wir dachten, wir machen zuvor einen gemütlichen Stadtspaziergang durch Traverse City, aber leider gibt es in den USA (oder zumindest in Michigan) kaum Städte mit einer Fußgängerzone und so schlenderten wir mehr oder weniger gemütlich an Hauptstraßen entlang und gaben es recht bald wieder auf, die Städte sind einfach nicht schön, wenn man den Vergleich zu deutschen Städten mit Fußgängerzone hat.

Die Halbinsel war aber umso schöner und so fuhren wir gen Norden durch riesige Obst- und Weinplantagen, manchmal mit dem Gefühl, nun in der Toskana gelandet zu sein, um ganz im Norden einen kleinen Leuchtturm zu erreichen, auf den man sogar hochklettern durfte. Natürlich nicht ohne das Hinweisschild, dass es ganze 37 Stufen zu erklimmen gab.

Steil und eng scheint weniger ein Problem für die Amerikaner zu sein 😉

Für uns keine Herausforderung, wir waren natürlich oben und hatten einen wunderschönen Blick über den Lake Michigan. Und im Anschluss daran waren wir einfach nur am Strand beim Baden.

 

S`mores

Mein Wunsch war es, wenn wir schon eine Feuerstelle haben, S`mores zu machen, eine süße, klebrige Masse, bestehend aus einem Graham Cracker, hinein kommt ein am Lagerfeuer gegrillter Marshmallow und ein Stück Hershey Schokolade.

Es ist unglaublich gemütlich, am See am Feuer zu sitzen und zu entspannen. Die Marshmallows sind ja schnell gegrillt und schmecken auch ohne das Zeug ringsherum (einfach nur süß).

Das Ergebnis sah dann so aus:

 

Das beste Ergebnis habe ich aber tatsächlich im kleinen Backofen gehabt, den wir morgens zum Brötchen aufbacken verwendet haben, denn dann waren auch die Cracker und die Schokolade warm 🙂 und die Marshmallows nicht so schwarz. Wenn es nur nicht so klebrig und kalorienreich wäre…

Entspannung

Wir waren in den letzten Tagen vor dem Urlaub echt viel unterwegs und hatten viel zu tun. Mein großes Mädchen hat sechs Wochen Sommerschule hinter sich gebracht und ganz viel gelernt, mein kleines Kind hat es ertragen, dass ich ihn jeden Tag in diesen verhassten Kindergarten gebracht habe und hat es meist ohne Murren hinter sich gebracht. Wir haben jongliert zwischen Kinderbeschäftigung und Arbeit und so war es einfach an der Zeit, nicht zu tun. Und das haben wir, wir haben nichts getan, indem wir mit dem Tretboot auf dem See waren (es gab auch Fahrten zu viert)

Wir haben Quatschfotos gemacht:

Und sogar eine kleine Wanderung gehörte zum Nichtstun dazu.

Außerdem haben wir gegrillt, hatten richtig leckere Pizza im Ort nebenan und es gab dort auch einen kleinen Spielplatz, neben dem es ein supertolles Café gab, in dem ich den bisher besten Kaffee in den USA getrunken habe. Wir hatten gemütliche Starts in den Tag und überhaupt eine entspannte Zeit.

 

Aber wenn man schon im Norden von Michigan ist, dann muss man über die Mackinac Bridge.

Mackinac Bridge

Es handelt sich hierbei um die Verbindung von Michigans Upper Peninsula zur Lower Peninsula. Die Fakten zur Brücke lassen sich wunderbar bei Wikipedia nachlesen. Es ist in jedem Fall beeindruckend, den Weg über die Brücke anzutreten. Die Kinder waren ein bisschen enttäuscht und sie fragten, wann nun die zehn Meter hohen Huckel kämen, die die Brücke manchmal bei Wind haben kann (die Brücke scheint bei Sturm wohl ein paar Erhebungen von rund einem Meter zu haben, da wir aber nahezu bei Windstille darüber fuhren, haben wir nichts bemerkt).

Da es von unserem Ferienort zur Brücke mehr als zwei Stunden Anfahrt waren, haben wir kurzfristig beschlossen, eine weitere Nacht dort zu verbringen und uns so richtig unter die Touristen  zu mischen. Warum die Hotels so hohe Preise aufriefen und nahezu ausgebucht waren, erfuhren wir dann auch bei Ankunft. Am Labor Day ist die Brücke nämlich immer für den Brückenlauf gesperrt, dann dürfen am einzigen Tag des Jahres auch Fußgänger über die Brücke laufen.

Wir haben auf der UP angekommen Mackinaw Island und die Pictured Rocks ausgelassen haben, da wir der Meinung waren, dass es alles zu touristisch für uns ist und es uns das Geld einfach nicht wert war, denn allein die Fähre rüber lag bei 40 USD pro Person. Aber der Brückenblick war wunderschön. Rechts von der Brücke ist Lake Michigan, links davon Lake Huron, im eigentlichen Sinne ein See.

 

 

Castle Rock

Zunächst waren wir auf dem Castle Rock, ein ehemaliger Indianer-Aussichtspunkt, der nun für Touristen eingezäunt wurde, damit sie brav Eintritt zahlen und durch den Souvenirshop laufen. Wieder gab es 90 Stufen nach oben. Man konnte ein bisschen erahnen, wie es damals zur Indianerzeit gewesen sein musste. Nur wie kamen die Indianer ohne Treppen hier hoch?

Aber ich habe noch nie so viel Wald gesehen:

Auch unsere Fahrt am nächsten Tag zu den Tahquamenon Falls war eine Fahrt von einer Stunde durch Wald, Wald, Wald und Wald. Es gab keinen Mobilfunkempfang, ab und an gab es ein paar Sumpfgebiete, aber ansonsten Wald, wohin das Auge reichte.

Tahquamenon Falls

Mitten im Wald findet man diese wunderbaren Wasserfälle.

Alles schön touristisch erschlossen, so dass man die Möglichkeit hatte, für 20 USD ein Ruderboot zu mieten, um zu einer kleinen Insel zu kommen. Aber was soll´s, wir haben Urlaub.

Genießen wir die Natur, den Augenblick, die reine Luft, meist auch die Ruhe.

 

Eigentlich war der Plan, zu wandern, eine vierstündige Wanderung von den Lower zu den Upper Falls, aber die Tage zuvor hatte es so viel geregnet, dass die Wege leider nicht sicher waren und da unsere Wanderschuhe in Deutschland stehen, machten wir es dann wie alle Touristen und fuhren die Strecke mit dem Auto. Nicht ganz das, was uns glücklich macht, aber manchmal geht es nicht anders und Sicherheit geht vor.

Und so wurden wir noch einmal mit diesem Naturwunder beglückt.

Diese Wasserfälle wurden früher für den Baumtransort genutzt und sollen wohl angeblich viele Menschen auf dem Gewissen haben, denn sie sind sehr tückisch mit ihren Strudeln und Strömungen. Wir haben deshalb auf das Baden verzichtet und sie uns wie alle Touris von den Plattformen angeschaut.

Und das ist auch schon der Abschluss eines wunderbaren Urlaubs voller Entspannung und gemeinsamer Erlebnisse.

 

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