Sonne, Strand und Meer

Meer? Neeeeee, See natürlich…

Was für ein entspannter Tag, am Morgen waren wir gemütlich in Pete`s Fresh Market einkaufen, ein Supermarkt ganz nach unserem Geschmack, viel frisches Obst und Gemüse, italienisches Essen (Wurst, Käse, Gebäck und Brot). Nach einem gemütlichen Frühstück zum Start in den Tag haben wir uns heute für entspannen am Strand entschieden.

Es gibt jede Menge Strände hier in Chicago, wir haben uns für 31st Street  Beach entschieden, einfach weil wir uns für einen entscheiden mussten, es hätte auch jeder andere sein können, Hauptsache baden im Lake Michigan.

Am See

Wie immer in den USA gibt es auch hier jede Menge Parkplätze am Strand, so dass wir ohne große Sorge darum mit dem Auto hingefahren sind. Der gewählte Strand, 31st Street Beach, liegt gleich neben der Autobahn. Klingt superidyllisch, aber am See angekommen merkt man kaum noch etwas davon. Das bisschen Straßenlärm ist einfach immer da und irgendwie haben wir noch nicht erlebt, dass auf Lärmschutz beim Straßenbau Wert gelegt wird.

Wir haben ein schönes Plätzchen Erde erwischt, es fühlte sich fast an, wie ein Tag Urlaub am Meer. Lediglich der salzige Geruch in der Luft und das Salz auf der Haut nach dem Baden fehlte. Auch Muscheln haben wir nicht gefunden und der Sand war sehr grob.

Die Kinder waren hin und weg und taten das, was beim Anblick von Wasser und Sand immer passiert, sie bauten Burgen, Dämme, gruben Löcher, ließen sich einbuddeln und spritzen mit Wasser in friedlicher Einheit (die wir in den letzten Tagen nicht immer hatten). Aber nach den beiden anstrengenden Tagen tat diese Auszeit einfach Not.

 

Apropos gestern

Begonnen haben wir den Tag mit leckerem Frühstück. Wir waren im Sweet Maple, ein Frühstückscafé im italienischen Viertel um die Ecke. Die Pancakes waren ein Traum, genauso wie die Spiegeleier mit Biscuits und Speck. So kann der Tag beginnen.

Danach waren wir im Museum of Science and Industry, dass wir nach einer langen Anreise (per L-trains und Fußweg) dann gegen Mittag erreichten. Es ist ein riesiges Museum, mit einem Eintrittspreis, der dich in Ohnmacht fallen lässt, vor allem, weil die Sonderausstellungen alle extra kosten. Aber hätte uns am Abend nicht der Hunger und die Schließzeit hinausgetrieben, hätten wir noch Stunden dort verbringen können.

In erster Linie erinnert es an das Deutsche Museum in München, wobei das Deutsche Museum viel wissenschaftlicher wirkt. Im Museum of Science and Industry gibt es Flugzeuge, Loks, Traktoren, Züge und andere Transportmittel zu bestaunen, aber man kann auch Wetterphänomene beobachten. Es gibt viel zum selbst Hand anlegen, bestaunen, ausprobieren. Die Kinder konnten einen Tornado „auslösen“, es gab auch hier Blitze zu sehen (wenn auch nicht so laut und beeindruckend wie in München) und am Bildschirm konnte man auch Lawinen auslösen.

Wir haben uns für die Roboter-Sonderausstellung entschieden. Hier konnte man Roboter jeder Art bestaunen, selbst welche bauen oder steuern, ihnen beim Fußball spielen zuschauen und die Möglichkeiten, die die Robotik bietet, erleben. Die Kinder haben dort viel Zeit verbracht, insbesondere beim Bauen der Roboter.

 

 

Das Kinderland

Am schönsten allerdings war „The Idea Factory“, hier konnte man Bälle auf die Reise durch eine Luftröhre in ein Wasserbad schicken, dort bekam man sie durch Fahrradtreten, Wasserspritzen und anderen mechanischen Aktivitäten auch wieder raus und konnte sie auf weitere Wege schicken. Außerdem wurde hier Physik erlebbar gemacht, man hatte Kaleidoskope, Spektren und andere einfache physikalische Abenteuer aufgebaut. Die Kinder waren dort kaum herauszubekommen.

Kurz vorm Schließen des Museums begaben wir uns noch auf amerikanische Farmen und Stefan durfte nun auch seinen ersten John Deere-Traktor sehen und sogar drin sitzen. Probefahren ging leider nicht, nur der Mähdrescher nahm uns auf eine virtuelle Reise übers Maisfeld mit.

 

 

 

 

Nach vielen Erlebnissen und einem Bruchteil des Museums machten wir uns superhungrig auf den Rückweg, kehrten dann absolut untypisch beim Goldenen M ein, um wenigstens den schlimmsten Hunger zu stillen.

Kulturschock

Nachdem wir im L-Train wieder Kraft getankt hatten, machten wir noch den kleinen Umweg über Pete’s Fresh Market und ich war zum ersten Mal wirklich geschockt. Ich hatte in keinster Weise jemals das Gefühl, dass es in Chicago gefährlich für uns war, auch wenn wir oftmals die einzigen Weißen umgeben von Schwarzen waren, aber wenn ein kleines schwarzes Kind uns Weiße sieht, eine Pistole formt und meinem Mann und meiner Tochter hinterherschießt, dann verunsichert mich das durchaus. Und nachdem ich gerade unseren Strand in Google eingegeben habe und lesen muss, dass dort erst letzten Monat zwei 16-jährige angeschossen wurden, während der Strand gut gefühlt war, macht auch das mich nachdenklich.

Und während ich meine letzten Worte zum Kulturschock schreibe, knallte es in unserer Straße ganz laut und ich frage mich, ob es eine Pistole ist oder doch nur ein Feuerwerkskörper, denn die Stadt ist heute gefüllt mit Feuerwerkslärm, dass wir mit müden Kindern nicht erleben.

Trotzdem

es ist schön hier und auch wenn Chicago anders ist, als die Kleinstadt Troy, so hinterlässt sie doch einen positiven Eindruck. Allein der Lake Michigan ist beeindruckend in Größe und Schönheit und so überwältigend große Hochhäuser haben wir noch nicht gesehen. Wir werden viele bleibende Erinnerungen mitnehmen und freuen uns, wenn wir noch einmal die Chance haben, hier zu sein.

P.S.: Bilder gibt es erst morgen dazu.

 

 

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