Florida

Nach drei Wochen arbeitsintensiver Zeit in Deutschland, so dass kaum Zeit für Freunde und Verwandte blieb, machten wir uns also wieder auf den Weg zurück in die Staaten.

Und, ob ihr es glaubt oder nicht, das könnte schon der vorerst letzte Flug zurück in die Staaten für vier sein. Der nächste Flug nach Deutschland soll nach derzeitiger Planung schon unser Rückkehrflug sein, ABER es ist noch laaaaaange hin. Noch steht ein weiteres Jahr USA vor uns. Für diesen Sommer haben wir schon große Pläne, lasst euch überraschen.

Dieses Mal flogen wir also raus aus dem heißen Sommerwetter in Deutschland in das feucht-heiße Wetter von Florida. Die kleine Maschine von Leipzig nach Frankfurt hieß doch tatsächlich Landsberg am Lech, was für Zufall und schöne Erinnerung an die alte Heimat.  Und über den Atlantik brachte uns dann der A380, das größte Passagierflugzeug der Welt. Da wir immer Holzklasse fliegen, war es im Grunde ein Flugzeug wie jedes andere. Aber unser Sohn durfte beim Einsteigen noch kurz beim Piloten stoppen und einen Blick ins Cockpit werfen, was ihn superglücklich machte.

In Miami bezogen wir zu fünft (Oma Heidi war nämlich diesmal auch dabei) unser Airbnb in Miami Beach, das wie versprochen nur wenige Minuten vom Meer entfernt lag.

Miami Beach

Wenn man in einer Stadt mit dem Wort Strand im Namen ist, sollte man diesen natürlich auch besuchen und so verbrachten wir den ersten Tag bis zum ersten Wolkenbruch an genau diesem.

Glücklicherweise ist es nicht weiter schlimm, wenn es regnet, denn der Regenschauer ist warm, der regennasse Boden warm, so dass man barfuß darüber laufen, lediglich das Kleben der Kleidung am Körper ist unangenehm, aber ignorierbar.

 

Weil sich aber weitere Schauer angekündigt hatten und man bei Gewitter nicht ins Wasser darf, brauchten wir einen Ort, an dem die Kinder sich austoben können. Jetleg und unausgelastete Kinder ist eine furchtbare Kombination. So fuhren wir, die Kids, die Oma und ich, ins Children Museum. Man kann sich das wie eine kleine Stadt für Kinder vorstellen. Hier darf man mal Verkäufer, Polizist, Feuerwehrmann oder auch Bauarbeiter sein. Es war natürlich wieder typisch amerikanisch: laut, getrieben, überall Musik, Geräusche oder computeranimierte Spiele. Nichts destotrotz hatten die Kinder für einige Stunden jede Menge Spaß. Und wenn den Feuerwehrmännern beim Stange herunterrutschen gleichzeitig auch die Schuhe von den Füßen rutschen, dann müssen sie probieren, ob es diese auch in einer Nummer kleiner gibt.

Auch kleine Künstlerinnen kamen auf ihre Kosten, wobei es gar nicht so einfach war, zu entscheiden, was sie malt, wenn man nur eine Farbe hingestellt bekommt.

 

Aber da sie ja nicht auf den Mund gefallen ist, konnte sie dann mit den anderen teilen und die schönsten Kunstwerke erstellen…

 

 

 

Die Everglades

Was bei einer Reise in den Großraum Miami gar nicht fehlen darf, sind die Everglades. Diese sind ca. eine Autostunde von Miami entfernt. Es handelt sich dabei um eine riesige Wasser-Sumpflandschaft. Wir sind später auf dem Weg nach Tampa  Bay auf der Autobahn 2 Stunden durch die Everglades gefahren.

 

Ziel des Ausflugs in die Everglades war vor allem, Alligatoren zu sehen. Wir waren noch nicht einmal an Bord des Airbootes, schon hat unser Sohn den ersten Babyalligator am Ufer entdeckt. Das war so ungewöhnlich, dass sich sogar die Tourguides nach unserer Entdeckung an dieser Stelle versammelten und es beobachteten.

Auf dieser Tour haben wir viel über Alligatoren gelernt, sie unterscheiden sich von Krokodilen durch ein wesentlich sanftmütigeres Wesen, sie haben eine U-förmige Schnauze und leben ausschließlich im Süßwasser. Es ist mittlerweile verboten, Alligatoren von den Booten aus zu füttern, da es mal einen Vorfall gab, bei dem ein Alligator in ein Boot gesprungen ist.

Aber es gab nicht nur Alligatoren zu bestaunen, sondern piranhaähnliche Fische, verschiedenste Vogelarten und eine einzigartige Landschaft aus Seerosen und anderen Wasserpflanzen.

Unser Guide hatte uns dann verschiedenste Möglichkeiten aufgezählt, wie man es schaffen kann, tagelang im Wasser der Everglades zu überleben, ich bin mir noch nicht sicher, was ich mit diesem Wissen anfangen kann. Ich hoffe einfach, dass diese Situation nie eintreten wird.

Und natürlich darf dann auch am Ende so eines Besuches der spektakuläre Teil nicht fehlen, hey, wir sind in Amerika.  Wir konnten einem Alligatoren-Wrestler dabei zuschauen, wie er diese Wesen „bändigt“, die eigentlich nichts anderes wollten, als ruhig im Wasser zu liegen. Aber da das Gehirn eines Alligators nur daumennagelgroß ist und nur das des Alligatoren-Wrestlers noch kleiner, gab es keine weiteren Fragen am Sinn und Zweck dieser Show. Ok, schlechte Witze beiseite (der stammte vom Wrestler selbst), auch hier wurden letztlich noch einmal die Unterschiede zwischen Krokodil und Alligator erklärt und gezeigt, dass Alligatoren sehr friedliebend sind. Leider werden Alligatoren, die sich in einen Pool oder die Nachbarschaft verirren, ab einer bestimmten Größe getötet und die Alligatoren, die wir sehen konnten, waren ein paar wenige, die gerettet werden konnten. Sie werden nie wieder in Freiheit gesetzt, denn sie würden immer wieder zu diesem Platz zurückkehren und dort wieder „Unruhe“ stiften. Also entweder man akzeptiert, dass der Alligator den Pool besetzt oder man lässt ihn töten.

 

St. Pete Beach

Nach wenigen Tagen Miami ging es dann Richtung Nord-Westen nach Tampa Bay, genauer gesagt St. Petes Beach, dort bezogen wir ein kleines Airbnb in unmittelbarer Nähe des Meeres. Grade mal 300 m Fußweg trennten uns vom Meer mit einem weißen, wunderschönem Sandstrand, tollen Wellen und jeder Menge zu entdecken. Eigentlich hätte man den ganzen Tag am Strand bleiben können, aber dann könntet ihr jetzt nur Fotos wie diese sehen und das wäre ja langweilig.

 

Es gab also noch ein paar wenige Tage, an denen wir etwas unternommen haben. Zuerst sind wir nach Tampa in das Florida Aquarium gefahren, dort gab es alle möglichen Meerestiere anzuschauen, einen Splashpad im „Hinterhof“ und man konnte eine Bootstour buchen, bei der es die Möglichkeit gab, Delfine zu sehen.

Leider haben wir bei diesem Ausflug keinen einzigen Delfin gesehen. Aber im Aquarium gab es Haie, Rochen, lustige Quallen, Riesenkrabben und so viele andere Wasserbewohner, so dass wir auf einen wunderschönen Tag zurückblicken konnten.

Ich bin übrigens kein Freund von Aquarien, die lebende Delfine oder Wale halten und dann auch noch Vorführungen mit ihnen machen. Ich möchte Delfine lieber in freier Natur sehen und hoffe noch immer, dass wir die Meere und ihre Bewohner noch lange erhalten können.

Weeki Wachee

Da einige Meeresbewohner leider nicht im Aquarium anzutreffen waren, machten wir uns auf nach Weeki Wachee. Dort gibt es ganz besondere Meeresbewohner, die kleine Mädchenherzen höher schlagen lassen. Von einer Bühne mit Blick ins Wasser durften wir die Aufführung der „Kleinen Meerjungfrau“ anschauen, die hier von „echten“ Meerjungfrauen aufgeführt wird.

(Ok, um euch der Illusion zu berauben, natürlich sind es Frauen, die im harten Training lernen, mit einer Monoflosse zu schwimmen und unter Wasser den Mund zu öffnen, zu lachen und zu schauspielern. Ursprünglich begann diese Show mal mit Wasserballett.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Leider musste die erste Show abgebrochen werden, weil uns mal wieder ein Regenschauer mit Blitz und Donner erwischte. Dieser hielt sich auch sehr hartnäckig, aber da wir geduldig ausharrten, wurden wir mit Tiershow, einer kleinen Bootstour und einer zweiten Meerjungfrauenshow belohnt (es stellte sich heraus, dass wir die erste Show eigentlich bis zu Ende gesehen hatten, es fehlten uns lediglich 2 Minuten des Endes, aber hee… glückliche Kinder – glückliche Eltern).

Mein persönliches Highlight neben Strand, Sonne und Entspannung war allerdings die Speedboat-Tour, um Delfine zu sehen. Ganz in der Nähe unserer Unterkunft hatten wir einen Anbieter dafür. Viel versprochen haben wir uns nicht und da es auch am letzten Tag stattfand, half uns das Versprechen „Wenn sie keine Delfine sehen, bekommen sie einen Gutschein für eine weitere Fahrt“ nicht. Und in dieser kleinen  Bucht können sich doch nicht wirklich Delfine aufhalten…

Hach, was man sich nicht alles einredet, um die Erwartungen klein zu halten, wenn sich ein Kindheitstraum erfüllen soll, denn hier waren sie, die Delfine:

Florida ist einfach wunderschön und hat wirklich mehr zu bieten als nur Sonne, Disneyworld und Sandstrand. Wir hätten noch so viel machen und erleben können, aber Urlaub darf einfach auch Urlaub sein. Und so verzichteten wir auf das Kennedy Space Center, dass 3 Autostunden entfernt waren, allein wegen der Hitze, wir verzichteten auf Disneyworld, weil Preis und Leistung nicht im Verhältnis standen und hatten trotzdem eine wunderschöne Zeit, an die wir uns immer erinnern werden.

Die wunderschöne Natur darf dabei nicht unerwähnt bleiben:

 

 

 

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