Fehlentscheidung

Heute macht sich Enttäuschung breit und zwar zum Kindergarten. Wie vermissen wir unseren deutschen Kindergarten jeden Tag mehr.

Der erste Eindruck

Ich hatte so ein gutes Gefühl, als ich den Kindergarten ausgewählt habe. Es war der einzige Kindergarten, in dem ich die Kinder auch wirklich spielen sehen habe, der mir nicht nach Kleinkind-Drill vorkam. In dem es eben keinen festen Tagesablaufplan gab, mit großem Garten und freundlichen Erziehern. Der Kleine kam dort rein und wurde sofort zum Spielen aufgefordert und es machte den Eindruck, als wäre das der Kindergarten, in dem er gut aufgehoben wäre.

Die Realität

Aber nun wird es von Tag zu Tag schwerer. Manchmal kommt es mir vor, als würde ich mein Kind in eine eine Aufbewahrungsanstalt abgeben, so dass ich jeden Morgen schweren Herzens mein Kind abgebe. In Deutschland wurden die Kinder morgens richtig begrüßt, mit Handschlag, mit wie geht es dir, eine ehrliche Frage, keine Floskel, denn gefragt werden wir natürlich danach. In der Schule vom großen Kind bekommen die Kinder morgens einen Drücker und man kümmert sich individuell um sie. Aber Wüti kommt mir jeden Tag verlorener vor, je länger er dort ist. Na klar, wir haben die Sprachbarriere, aber die ist es nicht. Schon der Ausflug, den wir mit dem Kindergarten machten, zeigte, wie viel Benimmregeln von den Kindern verlangt werden. Ständig gab es ein „Aufstellen in einer Reihe“, Sprüche wie „Make bubbles in your mouth“, damit die Kinder ruhig sind. In den Garten gehen die Kinder meist nur die vorgeschlagenen 20 min, dabei ist es so einfach mit Kindern, die draußen sind.

Manchmal, wenn ich am Nachmittag zum Abholen in den Kindergarten komme, sitzen die Kinder vor dem Fernseher. Bei manchen Filmen handelt es sich um Filme, die fast zwei Stunden gehen. Wenn ein Kind unruhig wird, was ja normal ist, bei so langer Sitzzeit, dann dürfen sie den Teppich verlassen, auf dem sie zum Filme anschauen sitzen und sich an einen Tisch setzen und ruhig malen.

Schwere Enttäuschung

Heute aber kam eine große Enttäuschung dazu. Am Montag habe ich nach den Sommerplänen gefragt, denn auch im Kindergarten ist die Sommerpause üblicherweise etwas lockerer. Mir wurde gesagt, dass sie freitags nun immer Ausflüge machen werden und uns rechtzeitig bescheid geben, was sie tun. Heute sagte man mir, dass es diesen Freitag noch nicht klappen wird. Ich habe nicht einmal das Gefühl, dass es nächsten Freitag klappen wird. Aber vielleicht sehe ich das ja jetzt zu negativ nach dieser Enttäuschung. Noch enttäuschter aber war mein kleines Kind, dem ich es erzählt habe. Und auch das große Kind, die in der Sommerpause montags und freitags ihren Bruder begleitet, wird absolut enttäuscht sein.

Nun sind es nur noch sechs Wochen, die zu ertragen sind, wir werden auch diese schon „hinter uns“ bringen. Aber es ist halt nun so ein Absitzen und ich kann verstehen, dass mein Sohn morgens keine Motivation für den Kindergarten findet. Denn ich selbst war gerade mehr als enttäuscht über diese Aussage. So kann man mit Kindern doch nicht umgehen.

Ausblick

Umso mehr freue ich mich, dass auch der Kleine ab September in die Vorschule geht. Dort gibt es auch Abläufe, nicht mehr so viel Freispiel und das unbeschwerte Kind sein, aber dort habe ich ein gutes Gefühl. Und ein bisschen Urlaub haben wir davor ja auch noch, ich habe erst letzte Woche ein AirBNB am Lake Ann gebucht, das ist im Norden von Michigan. Dort gibt es eine Feuerstelle, das Haus ist direkt an einem kleinen See und wir können dort viele kleine Ausflüge machen. Nicht mehr lange….

 

4 thoughts on “Fehlentscheidung”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.