Die Reise beginnt

Das große Packen

Fünf große Koffer, Handgepäck und eine einigermaßen aufgeräumte und ordentliche Wohnung haben wir gemeistert und ich bin froh, endlich alles gepackt und verräumt zu haben. Dazwischen gab es hier und da den Abschied von Nachbarn, Freunden und Kollegen und irgendwie wirkt doch alles so unwirklich. Morgen schon geht es los, in ein ganz schön fernes Land.

Was wir nun vergessen haben, werden wir erst merken, wenn wir angekommen sind.

Der Start, morgens 6:15 Uhr Flughafen München

Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen, nun sitzen wir, nachdem wir 04:00 Uhr morgens aufgestanden sind am Flughafen München und warten auf das Boarding. Die Allianzarena hat auf unserer Taxifahrt zum Flughafen ein leichtes rotes Leuchten gezeigt. Unsere 5 Koffer sind aufgegeben, das Übergepäck hat uns 75 Euro gekostet, der Flughafen wirkt noch sehr verschlafen und wir haben das Gefühl, viel zu früh am Gate zu sitzen. Die Kinder sind aufgeregt und haben ihre riesigen Koffer größtenteils selbst geschoben. Nun heißt es Abschied nehmen von München. Die erste Zwischenetappe ist Frankfurt.

 

Zwischenziel Frankfurt – Wir sitzen im Flugzeug in die USA

Es ist nun 10:00 Uhr und wir sitzen, nach etwas Verspätung durch die Enteisung in München, im A340-300 von FRA nach DTW, der nächste Stopp ist also Detroit, Michigan, USA. Nachdem es im ersten Flugzeug zur großen Enttäuschung für die Kinder keinen Monitor gab, sitzen sie nun völlig begeistert schon vor Abflug vor dem Entertainmentprogramm, A. hat sich für Wall-E entschieden, S. schaut Vaiana. Wir sitzen jeweils zu zweit hintereinander, die Kinder haben den Fensterplatz. Das Unterhaltungsprogramm scheint spannender zu sein, als das Wunder, das diese dicke Blechbüchse hier in die Luft abhebt, denn die Kinder sind empört darüber, dass ihr Fernsehprogramm doch tatsächlich durch die Ansagen der Crew und des Kapitäns unterbrochen wird.  Bisher läuft alles ohne Zwischenfälle.

 

 

Der lange Flug

Seitdem wir unterwegs sind, hat sich in mir eine gewisse Ruhe ausgebreitet. Nun kann ich eh nichts mehr ändern, was wir vergessen haben, haben wir vergessen.

Nachdem wir die Kinder sich sehr schwer vom Unterhaltungsprogramm trennen konnten, haben wir ihnen nach einer Mütze voll Schlaf erlaubt, noch einen Film schauen zu dürfen. Meine Tochter hat zum Einschlafen sehr viel Nähe und Handhalten benötigt. Aber es hat gewirkt und beide schlafen, zum Glück, denn das frühe Aufstehen zeigte seine Nebenwirkungen in mauligen Kindern, stellenweise hat mein Sohn so viel Platz zum Schlafen  benötigt, dass ich im Gang stehen musste, dabei war ich doch selbst auch einfach nur müde. Was tut man nicht für seine Kinder.

 

 

Die Ankunft

Nach einer über 8-stündigen Flugzeit von Frankfurt nach Detroit sind wir 13:30 Uhr Ortszeit angekommen. Doch hier wurden wir, müde, wie wir waren, in unserer Geduld strapaziert, denn zuerst gab es einen Defekt am Gate, womit sich das Aussteigen verzögerte und dann standen wir an einer seeeeeeehr langen Schlange zur Einreise in die USA. Dort wurde jeder Pass und jedes Visum noch einmal ganz genau angeschaut, einige vor uns mussten ihre Unterlagen für die Einreise bereithalten und Rede und Antwort stehen, wir haben uns schon auf das Schlimmste gefasst gemacht. Ich hatte geistesgegenwärtig bei der Abreise noch alle Unterlagen für das Visum eingepackt, denn wir kamen ganz schön ins Schwitzen, als die vor uns alle Unterlagen vorzeigen mussten.

Aber, vielleicht dank der Kids, die in diesem Moment Vorzeigekinder waren, entpuppte sich unser zuständige Beamte dann doch als ganz nett und die Einreise klappte unproblematisch.

Glücklicherweise war Stefan schon einmal hier, denn um den Ausgang zur Mietwagenstation zu finden, mussten wir mit dem Fahrstuhl und natürlich nun voll beladen mit unseren fünf Koffern erst einmal von Stockwerk e1 in Stockwerk 4, dann über eine Brücke laufen und dann wieder von 4 nach 1 nach unten fahren. Weil die Mietwagenstationen aber außerhalb liegen, fährt man vom Flughafen erst einmal mit dem Shuttlebus, da ging wieder mal mehr als eine halbe Stunde ins Land.

Unsere Fahrerin Marguerite war eine Schwarze, elegant gekleidet mit wunderschönen Locken. Leider hatten wir noch gar kein Bargeld, um ihr Trinkgeld geben zu können, ich hätte ihr gern etwas gegeben.

Auch die Fahrt zum Hotel in Troy dauerte dann doch noch einmal 40 min. Mein Kopf hämmerte schon seit Stunden und ich wollte nur noch schlafen. Ich bewunderte die Kinder, die das so tapfer durchgehalten haben. Mein Mann und die Kinder sind nämlich nach unserer Ankunft sogar noch etwas zu Essen jagen gegangen und haben mir eine kleine Auszeit gegönnt, Zeit, in der die Kopfschmerztablette wirken konnte und ich wichtige Menschen in Deutschland über unsere Ankunft informieren konnte.

Wir sind 18:30 Uhr Ortszeit dann alle, wirklich alle, ins  Bett gefallen und haben ganz schnell tief und fest geschlafen. Ich habe mich um 5 Uhr zu den quatschenden Kindern gelegt und noch eine kleine Runde geschlafen. Und nun sitze ich, nach der ersten recht guten Nacht im Bad und warte auf das Erwachen meiner Familie und schreibe die Zusammenfassung der Reise, davor galt es noch, die Herausforderung Dusche anstellen zu meistern, denn wer konnte schon ahnen, dass man den einzigen Wasserhahn einmal komplett um sich selbst drehen muss, um das warme Wasser zu aktivieren.

 

 

 

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